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www.schattenburg.ch - Finsterbann - Spielercharakter - Julién Dalamar - Lebenslauf

Lebenslauf

Zurück zum Charakter.

Lebenslauf
Mein Name ist Julién Dalamar, Sohn von Severiano Dalamar und Gwence Mustadio.
Aufgewachsen bin ich in Lhynn, ein kleines Dorf einstmals, nun überfüllt mit Flüchtlingen aller Rassen und jeder Herkunft. Ich habe oder vielmehr hatte 3 Geschwister. Sie alle waren älter und starben einen sinnlosen Tod. Da waren meine beiden Brüder Malec und Nadaron. Sie beide waren tapfer und mutig. Sie beide kämpften in der gleichen Truppe. Sie beide wurden bei ihrem ersten Einsatz von ihrem Anführer, einem gemeinem Verräter, in einen Hinterhalt gelockt: Wo sie alle abgeschlachtet wurden. Man fand ihren Trupp eine Woche später, oder besser gesagt, was von ihnen übrig war. Die meisten hatten nicht einmal mehr die Zeit ihre Waffen zuziehen, bevor der erste Pfeilhagel mehr als die Hälfte niedermähte. Wer dann noch lebte wurde verstümmelt und zerhackt.

Lalaila war meine Schwester und die jüngste meiner 3 Geschwister, knapp 2 Jahre älter als ich. Sie war klug und hübsch. Ich fand sie eines Tages vergewaltigt, aufgeschlitzt und mit Runen einer bösen Gottheit übersäht in einer Seitengasse.

Mein Vater, streng aber gerecht und meine Mutter, liebevoll und ehrlich, wurden umgebracht während ich bei meiner Ausbildung bei der Miliz war. Als ich nach Hause zurückkehrte, war der Hof geplündert bis auf den letzten Fetzen Stoff oder Stuhl. Nachbarn behaupteten eines Nachts wären mehrere Männer in schwarzer Kleidung eingebrochen und man hätte schreie gehört. Als ich nachfragte was unser Tisch in ihrer Küche zusuchen hätte, sagten sie es sei ein anderer und stellten mich vor die Tür noch bevor ich ein weiteres Wort hervorbringen konnte.

Meine Familie war tot, mein Zuhause geplündert und zerstört. Rache und Wut waren das Einzige was für mich jetzt noch zählte...

...Mich zog es wieder Richtung Kaserne zurück. Man bräuchte eigentlich fast eine Woche bis dorthin, aber die Wut füllte mir den Bauch und der Hass hielt mich wach. So schaffte ich es in der Hälfte der Zeit. Mein Weg führte mich durch den Wald von Kantum.
Nach 2 Tagen gelangte ich zu einem kleinen Bach, ich kniete mich nieder um einen Schluck klaren Wassers zu mir zunehmen. Als ich gerade meine Hand zum Mund führen wollte, spürte ich den heissen Atem eines Tieres gerade vor mir. Langsam richtete ich meinen Kopf auf und blickte geradewegs in 2 gelbe Augen. Die reinste Dunkelheit stand vor mir in Form eines Wolfes. Die Zähne gefletscht und die Nackenhaare gesträubt.
Keiner von uns beiden bewegte sich, jeder starrte den anderen an, voller Hass und Wut über diese Welt.
Plötzlich riss mich der Ruf eines Hornes zurück in die Realität. Hundgebell drang von irgendwo aus dem Wald zu uns heran. Der eigentlich noch junge Wolf, mit einem Fell das schwärzer als die dunkelste Nacht zu sein schien, setzte zum Sprung an.
Ich sah nur noch ein Huschen in den Augenwickeln als ich mich fallen lies. Der Wolf war über mich hinweg gesprungen und verschwand im nächsten Dickicht des Waldes, da brachen auch schon die Jäger hervor. Schnell richtete ich mich zur vollen Grösse auf und zeigte stolz den fragend dreinschauenden Jägern die Richtung. Sofort preschten diese los, eher als seinen sie die Gejagten als eigentlich die Jäger.
Natürlich hatte ich ihnen eine falsche Richtung gezeigt und musste plötzlich lachen. Da stand ich nun: Zur Hälfte nass, überall Dreck und Schlamm an mir und stand da als könnte nichts in der Welt mir etwas anhaben.
Vielleicht war es auch die Erleichterung, dass der Wolf mich nicht getötet hatte.
So zog ich nun weiter, schmunzelnd, die Wut und der Hass für einen Moment vergessen...

...Ich erreichte die Kaserne anderthalb Tage später und lies mich einteilen. Im nächsten halben Jahr erlebte ich viel und sah viele Leute sterben. Ich freundete mich immer weniger mit den Neulingen an, denn sie waren meist die, die am schnellsten starben oder flohen. Ich sah in dieser Zeit genug zugerichtete Leichen, dass es mich immer weniger mitnahm. Ich stumpfte gegenüber den Gräueltaten in der Welt langsam ab.

Eines Tages waren wir wiedereinmal auf Routinepatroullie als wir auf eine seltsame Spur stiessen. Die meisten solcher Spuren verloren sich nach kurzer Zeit, diese jedoch nicht.
Wir folgten ihr eine Weile, ohne Ahnung wie weit und wohin sie uns führen würde. Im Trupp wurde getuschelt. Man munkelte ob uns die Spur zu einem Diebeslager mit seinen Schätzen führen würde oder ob es die Spuren eines feindlichen Spähers waren. Wir sollten bald herausfinden dass beides falsch war.
Als wir auf unserem Weg auf ein kleines Wäldchen stiessen, bekam ich ein ungutes Gefühl ohne eine wirkliche Erklärung dafür zuhaben.
Im Trupp wurde immer noch über den möglichen Ausgang unseres Ausfluges diskutiert. Und erste Stimmen wurden laut, ob wir nicht lieber umkehren sollten damit wir rechtzeitig zum Abendessen in der Kaserne wären.
Plötzlich hörte ich das Knirschen, wenn ein Bogen gespannt wurde. Bevor ich überlegen konnte ob es wohl jemand aus unserer Truppe war, hörte ich schon das heranzischen eines Pfeils und im nächsten Augenblick entbrannte ein fürchterlicher Schmerz in meiner linken Schulter. Dann brach die Hölle über uns herein. Die Spur hatte uns in einen Hinterhalt geführt.
Das kleine Wäldchen spukte auf einmal Unmengen von hässlichen Kreaturen aus. Sie trugen schwere Rüstungen und schwangen Schwerter oder bespickten Keulen.

Unser Anführer versuchte uns zu organisieren, schrie Befehle, doch da kam schon der nächste Pfeil und seine Rufe gingen in ein Röcheln über. Dann waren die Gegner auch schon unter uns. Ich schlug wie wild um mich. Das Blut rauschte in meinen Ohren. Der Pfeil steckte immer noch in meiner Schulter und ich merkte wie wir immer mehr in die Defensive gedrängt wurden. Ich hörte Schreie und die meisten davon verstummten abrupt. Ich versuche mich zu orientieren, suchte meine Gefährten. Diese Unaufmerksamkeit wurde zu meinem Verhängnis. Ich sah den nächsten Schlag zu spät und so traf mich dieser schwer am Kopf. Ich merkte wie meine Sinne schwanden. Die Welt entglitt meinem Sichtfeld und ich spürte wie ich fiel. Dann verschwand sogar diese letzte Empfindung.

Ich erwachte kurz und bemerkte wie mich etwas gepackt hatte und davon schleifte. Wieder verlor ich das Bewusstsein.
Ich erwachte von Vogelgezwitscher, spürte die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht und hörte das Plätschern eines Baches. Ich öffnete die Augen und war sofort geblendet als ich direkt in die Sonne sah. Als ich mich aufrichtete und versuchte die Flecken, die vor meinem Auge tanzten wegzublinzeln, bemerkte ich dass ein Wolf mit schwarzem Fell dicht bei mir stand. Ich erkannte ihn sofort wieder. Es war derselbe dunkle Schatten wie ich ihn im Wald von Kantum angetroffen hatte. Offenbar war er den Jägern entkommen.
Als wir uns dieses Mal gegenüberstanden, spürte ich keine Furcht.
Da hörte ich Schritte hinter mir die sich näherten. Ich drehte mich um, um zusehen wer da kam. Dies löste höllische Schmerzen aus und ich spürte wie ich wieder das Bewusstsein verlor. Ich konnte gerade noch die Umrisse eines kleineren Mannes mit einem Stock in der Hand ausmachen, der auf mich zukam. Der Wolf war verschwunden.

Der etwa anderthalb Kopf kleinere Mann brachte mich in seine Hütte und pflegte mich gesund. Er stellte sich als Arturo Gurnarok vor. Obwohl er recht klein war, war er klar ein Mensch. Er hatte graues schulterlanges Haar und ein hageres und faltiges Gesicht. Seine Hütte war einfach aber gut gepflegt und man konnte die Vögel hören wie sie sich gegenseitig einen guten morgen wünschten.
Während der ganzen Zeit die ich im Bett lag erzählte mir Arturo viel über die Natur. Ich sog jedes Wort in mich auf und schnell war klar, dass ich die nächsten Jahre bei ihm bleiben würde um alles von ihm zu erlernen. Dass ich nicht mehr zurück in die Kaserne ging war für Arturo ein wichtiger Punkt und so ich musste es ihm schwören.

Arturo lehrte mich viel über die Natur, ihr Gleichgewicht, ihren Kräften und dem Kreislauf des Lebens.
Am 4. Tag, nach strengster Bettruhe, machte ich endlich wieder meine ersten noch wackeligen Schritte. Langsam ging ich vor die Tür. Die Hütte stand mitten im Wald und um mich herum erstreckte sich grün soweit das Auge blicken konnte. Vereinzelte Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterdach wodurch das ganze noch viel friedlicher wirkte. Dazu kam der Klang der Vögel, die fröhlich ihr Lied sangen und der Duft von frisch erblühten Blumen. Kurz gesagt: Es war wundervoll und ich war vom Anblick überwältigt!
Ein Rascheln im Gebüsch zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ein schwarzes Huschen war nur noch zu erhaschen, doch ich wusste sofort wer es gewesen sein musste. Der junge, schwarze Wolf.
Arturo tratt neben mich. Er schien ihn ebenfalls gesehen zuhaben. "Er schleicht seit du bei mir bist hier herum. Auch traf ich auf ihn als ich dich fand." hatte Arturo gesagt. "Kennst du ihn?" Ich schüttelte den Kopf musste aber sofort darauf nicken, worauf mir schwindlig wurde und ich musste mich setzen.
Als ich wieder auf dem Bett sass begann ich Arturo meine ganze Geschichte zu erzählen. Wie ich auf dem meiner Eltern Bauernhof aufgewachsen war bis dahin wie ich in seiner Hütte wieder zu mir gekommen war.
Er schmunzelte und meinte nur, dass dies wenigstens die Gebiss abdrücke überall erkläre und wie ich hierher gekommen wäre. "Der junge Wolf muss dich vom Ort des Überfalls bis hierher gezogen haben."
Dann wurde sein Blick ernst als er weiter sprach: "Ich vermute, dass der junge Wolf ebenso seine Familie verloren hat wie du. Ein starkes Band der Freundschaft scheint bereits zwischen euch gesponnen zusein. Ich freue mich euch morgen näher zusammen zuführen und dir den ersten Zauber der Natur beizubringen. Überleg dir schon einmal einen Namen für deinen neuen Freund." Mit diesen Worten verliess er die Hütte um diverse Sachen zusammeln und um mich mit meinen Gedanken alleine zulassen.
Ich war überglücklich! Am liebsten wäre ich aufgesprungen und hinausgerannt doch spürte ich wie schwach mein Körper noch war. So begann ich ein paar Übungen zumachen, wie ich es in der Kaserne gelernt hatte. Immer wieder wurde mir schwindlig und ich musste eine Pause einlegen, doch fing ich nach kurzer Zeit immer wieder an. Ich wollte fit sein für morgen.
Doch welchen Namen sollte ich dem Wolf geben?
Gegen Ende des Nachmittags schlief ich vor Erschöpfung ein. Arturo weckte mich kurz für das Abendessen. Ich ass einwenig und schlief gleich danach wieder ein. Ich träumte von den Begegnungen mit dem Wolf und die Frage der Namensgebung liess mir auch hier keine Ruhe. Zuletzt sah ich das Bild vor Augen, wie ich ihn das erste Mal gesehen hatte und ich wusste wie ich ihn nennen wollte. Zufrieden sank ich in einen traumlosen Schlaf.

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf. Mein Blick suchte das Unterholz nach dem Wolf ab doch fand sich keine Spur. Arturo führte mich an eine kleine Lichtung. Wir sassen den ganzen morgen dort und Arturo erklärte mir was ich zutun habe. Es war kurz nach Mittag als Arturo aufstand, wünschte mir viel Glück und verliess die Lichtung.
Spannung machte sich bei mir breit und mein Magen knurrte, denn ich hatte seit gestern abend nichts gegessen.
Plötzlich hörte ich ein Rascheln im Gebüsch und mir gegenüber tratt der junge Wolf aus dem Dickicht. Freude und Nervosität kamen auf und ich versuchte meine Gefühle in den Griff zukriegen.
Ich begann meine Gedanken zu beruhigen, als ich den toten Hasen auspackte den Arturo mir gegeben hatte. Ich war das tote Tier etwa 2 Schritt vor mich hin. Der Wolf schnüffelte hungrig und machte einen Schritt näher. Ich wusste dass nun die Zeit für den Zauber gekommen war. Ich schloss meine Augen begann all die Eindrücke der Natur um mich herum in mich aufzunehmen. Schnell spürte ich eine überwältigende Kraft, die alles durchdrang. Ich bat diese Kraft mir einen Teil ihrer Macht für die Nutzung des Zaubers zugeben. Ich spürte wie ein kleiner Strang sich von der Kraft löste und ich ihn in mich aufnehmen konnte. Der Strang war nicht grösser als ein Grasshalm im Vergleich zum Stamm eines riesigen Baumes. Doch reichte dieser Grasshalm aus den Zauber der Tierfreundschaft zuwirken.
Langsam öffnete ich wieder die Augen. Ich hatte kein Gefühl wie viel Zeit vergangen war. Der Wolf lag vor dem Hasen, hatte ihn aber nicht angerührt und schaute mich mit seinen gelben Augen erwartungsvoll an. "...Ténèbres..." war alles was ich sagen konnte. Ich spürte nun schon fast die Bande der Freundschaft, die mich mit diesem Wolf verbanden, obwohl ich weder eine Veränderung sehen oder sonst wie einen Unterschied erkennen konnte.
Ich packte mein Fleischstück aus und begann auf der Lichtung ein kleines Feuer zumachen. Wir assen gemeinsam und ich war glücklich wie schon seit langem nicht mehr.

Ténèbres, was soviel wie Dunkelheit bedeutet, begleitete mich von diesem Tag an fast überall hin. Ich brachte ihm den einen oder anderen Trick bei. Doch die liebste Zeit war mir, wenn wir zusammen jagten.
Gleichzeitig bildete mich Arturo weiter aus und lehrte mich viele Dinge. So geschah es dass innert kürzester Zeit 3 Jahre verstrichen.
Obwohl ein Leben im Wald einem vieles gab, so doch nicht alles. Normalerweise wechselten wir uns ab, wer in das nächste Dorf ging um frische Kleider, Nadeln und andere Sachen zuholen. Doch seit 2 Monaten fand Arturo immer wieder Ausreden, dass er gehen konnte. Doch am heutigen Tag benahm er sich so seltsam, dass ich ihm die Ausrede nicht durchgehen lies und meine Sachen nahm um einkaufen zugehen. Arturo schaute mir nach, als ob es das letzte Mal wäre dass er mich sah. Ich lächelte ihn an und winkte ihm.

Der Weg bis zum Dorf Taurajo war nicht weit und in einem Tag machbar, wenn man nicht herumtrödelte. Schon von weitem konnte ich sehen, dass viel los war. Sehr viel. Es war kein Fest und doch waren dreimal mehr Leute da, als das Dorf fassen konnte. Sie schienen von überall her zukommen. Die einten tanzen und tranken während andere eine ernste Miene zogen.
Ich ging zu unserem üblichen Händler, der sich eines regen Geschäftganges erfreuen konnte. Endlich kam ich an die Reihe und fragte ihn was den hier los sei. Er starrte mich ungläubig an und meinte: "Was?! Arturo hat dir nichts gesagt? Generalin Meliandra DalVara hat über Gwanaro Di Dremand die Tribunalsbulle verhängt! Sie und die Dalrei-Ritter kommen in ein paar Tagen her um ein Heer zusammeln."
Ich war wie vom Donner gerührt. Endlich kamen die Ritter des Lichts um Gerechtigkeit zuüben und Arturo hatte mir nichts gesagt? Warum nur? Er wusste doch wie wichtig mir der Kampf gegen das Böse war.
Schnell kaufte ich die benötigten Dinge zusammen und verliess Taurajo auf dem schnellsten Weg wieder. Ich rastete im Wald und kam nächsten Tag um Mittag bei der Hütte an. Arturo empfing mich mit einem traurigen Blick. Mein Blick hingegen enthielt nichts weiter als Zorn. Ich ignorierte seine bittenden Worte zubleiben und ging an ihm vorbei in die Hütte um meine restlichen Sachen zupacken und versuchte dabei meinem Ärger Luft zumachen. Als ich fertig war stand Arturo immer noch in der Tür. "Hör mich bitte an." sagte er fast flehend. Und selbst Ténèbres stellte sich mir in den Weg. So gab ich auf und setzte mich auf das Bett und hörte ihm zu.
"Es tut mir leid Julién... Ich wollte es dir sagen, als ich es hörte doch fand ich einfach nicht die Worte dazu. Ich habe sie jetzt noch nicht gefunden. Ich möchte nicht dass du gehst und du hast mir geschworen dass du nicht mehr zur Kaserne zurückkehren würdest aber ich weiss, dass dies nicht dasselbe ist und dass ich dich ganz nicht aufhalten kann. Ich werde die Natur bitten auf dich aufzupassen. Aber bevor du gehst und wir uns wahrscheinlich nie mehr wieder sehen, möchte ich dir noch ein paar Dinge mitgeben. Ich war zwar nie in einer Schlacht, doch habe auch ich mich einige Male meiner Haut erwehren müssen. Bitte nimm meinen alten Kampfstab. In ihm ist die wilde Kraft der Natur gespeichert. Bitte nimm auch diesen Gürtel. In ihm wohnt nicht die Kraft der Natur, sondern die des Arkanen. Er lässt eine schützende Rüstung um dich entstehen, wann immer du sie brauchst. Und zuletzt noch diesen Beutel. In ihm befindet sich dichter Nebel, der alles um dich herum verhüllt. Er nimmt dir zwar die Sicht aber auch den Feinden, die dich suchen."
Arturo reichte mir seine Geschenke und ich nahm sie mit einem Kopfnicken entgegen. Ich stammelte so etwas wie eine Entschuldigung, mehr brachte ich nicht heraus. Doch dies war Arturo gleich. Er drückte mich kurz an sich und dann war es so als wäre nichts geschehen. Wir redeten noch bis lange in die Nacht hinein. Doch kein Wort über den heutigen Streit oder den morgigen Tag.
Am darauffolgenden Morgen verabschiedeten wir uns nur noch kurz. Sie vergossen keine Träne, obwohl beide wussten, dass es wahrscheinlich kein Wiedersehen geben würde.
Ich zog los, ohne noch einmal zurückzublicken. Schuldgefühle nagten an mir. Ich hatte meinen Schwur nicht gehalten. Aber hatte nicht auch er mich verraten?

In den nächsten Tagen schrieb ich mit in der Armee ein, die auszog um Gwanaro Di Dremand herauszufordern.

Dies war wahrlich ein Tag der Flammen! In deinem kurzen Leben hast du wie alle Menschen deiner Zeit Grausamkeiten gesehen und überlebt, doch hierrauf konnte dich nichts vorbereiten! Nichts, dass du dir hättest vorstellen können, kommt auch nur annähernd an das heran, was du an diesem Tag gesehen und erlebt hast!
Du hattest dich, entgegen der sorgenvollen Einsprache deines Mentors, dazu entschlossen an dieser Schlacht teilzunehmen. Jeder Mann, jede Frau welche eine Waffe tragen konnten oder sonst wie ihren Beitrag zu leisten vermochten wurden gebraucht.

Zu lange schon hatte Gwanaro Di Dremand - der Finstere Kriegsherr des Hextor - diesen Teil der Welt mit Angst und Terror überzogen. Wie viele Dörfer waren bis auf die Grundmauern niedergebrannt worden? Wie viele Menschen gepfählt und zu Tode gemartert? Und alles im Namen und zu Ehren des verabscheuungswürdigen Hextors und auf Befehl des Gwanaro Di Dremand. Wie Schatten Schatten gebären und Böses Böses mehrt, so ist auch dieser Mann zu nichts anderem fähig als Schattenherzen um sich zu scharen. Und der dunkelste Schatten zu seinen Füssen liegt gewiss im Herzen seines Marschalls, Anogwyn Gywera. Eine finstere Priesterin war und ist sie, welche nicht nur im Blut ihrer Opfer badet, sondern auch ihr Labsal darin findet. Manches mal hörtest du hinter vorgehaltener Hand flüstern, dass sie nicht Hextor, sondern dem Vergessenen Gott diene. Der namenlosen Antithese des vergangenen Saijans.

Wie erleichtert warst du, als du erfuhrst, dass Generalin Meliandra DalVara schliesslich den Finsteren Dremand und seine Schergen als Schattendiener angeklagt und die Tribunalsbulle über ihn verhängt hatte!
Es hatte irgendwann geschehen müssen, doch nun schien die Generalin genug Truppen gesammelt zu haben um Dremand herausfordern und vernichten zu können. Und dann kam sie und ihre Armee des Lichtes! In der Tat Dalrei - die Hammer des Lichtes - auf ihrer Mission die Schatten zu zerschlagen und ihnen ihr Heim streitig zu machen!
Schmerzlich wenige schienen es. Dafür jedoch folgten ihnen viele Abenteurer, Kleriker des Pelor, des Heironeus, der Yondalla und auch des Saijans, einfache Bauern und Bürger mit zusammengewürfelter Bewaffnung und Rüstung machten jedoch den Grossteil dieser Armee aus. Vornweg in blank polierten Rüstungen und sorgfältig bestickten einfachen Waffenröcken die Dalrei-Ritter mit ihrer Schlachtenstandarte, welches nicht nur dein Herz vor Hoffnung und Mut erzittern liess.

Es war der Morgen des 4. Hessimon im Jahr 673. Die Armeen hatten sich am Falandûr - dem Fels der Verzweiflung - in Stellung gebracht. Am Abend zuvor hattest du im letzten blutroten Licht der Sonne noch die Festung Dremands auf dem Falandûr gesehen. Nepheria - die Schattenfestung - nennen es die Dalrei mit denen du gesprochen hast. Und wahrlich war sie dazu angetan deine Hoffnung auf den Sieg zu untergraben.
Und dann, im Zwielicht des kommenden Morgens, im verblassenden Schein der rotglühenden Monde, erschallte das Horn DalVaras. Gruppen von Magiern welche von Dalrei begleitet wurden (nur um sicherzugehen) begannen einen wahren Feuerregen auf die Burg herniederzulassen. Andere erschufen Nebelbänke, in welchen die Armee Nepheria entgegenstürmte.
Die Schlacht war fürchterlich. Zu allem Unbill erhielt Dramand Unterstützung von Ashardalons Jüngern, welche einen furchteinflössenden roten Drachen gegen die Armee des Lichtes führten. Der Drache war eine unvorhergesehene Herausforderung, doch DalVara selbst, mit einigen anderen Dalrei, bezwang ihn schliesslich unter dem Jubel der Armee. Gegen Mittag schien das Schicksal der Schattenburg besiegelt.

Doch dann verdunkelte sich der Himmel, obwohl keine Wolken zu sehen waren. Eine Stimme war zu hören die in einer zungenbrecherischen, hässlichen Sprache geradezu schrie. Und dann geschah es. An der finstersten Stelle des Basaltfelsens auf welchem die Festung thronte tat sich ein Spalt auf. Ein Spalt reiner Dunkelheit. Nie hast du etwas gesehen, dass finsterer, farbloser, verschlingender war. Nie zuvor hast du solche allesverdrängende Furcht gespürt. Mit einem Heulen, welches dir das Mark in den Knochen zu gefrieren drohte, schien etwas von der anderen Seite sich dem Spalt zu nähern. Und dann brach die Apokalypse los. Eine kleine Gestalt, in ein schummriges, schmutziges silbernes Licht gehüllt trat aus dem Spalt heraus. Und das Heulen verwandelte sich in ein Lachen.
Die andere Stimme hatte inzwischen alles Beschwörende verloren und schien nun in reiner Panik zu schreien. Dann flackerte das schmutzige Licht um die Gestalt in den Schatten kurz auf, und die Beschwörerstimme verstummte plötzlich. Daraufhin explodierte der Falandûr regelrecht. Nichts von der Festung blieb bestehen. Und eine Welle von Schwärze wälzte sich hernieder und auf dich und die ganze Armee DalVaras zu. Schreiend flohen die Kämpfer und Kämpferinnen, liessen ihre Waffen fallen, stolperten übereinander, überrannten einander in dem Bemühen zu fliehen. Keiner der von der Dunkelheit umschlungen wurde, kam wieder heraus.
Die überlebenden Dalrei stellten sich zum grossen Teil der Dunkelheit mit ihren blutüberströmten Waffen. Nachdem die Dunkelheit sie umschlossen hatte, konntest du kurz noch ein leichtes Licht darunter erkennen, dass schliesslich jedoch auch der Finsternis weichen musste.
Du selbst jedoch bliebst bewegungslos. Du wagtest nicht zu atmen. Irgendwie hattest du das Gefühl, dass etwas in der Finsternis dich suchte. Und dass jede Bewegung deinerseits es auf dich aufmerksam machen würde. Die schwarze Woge brauste auf dich zu...

...(darüber hüllt sich Julién in Schweigen)...

Pochender Schmerz riss dich aus dem Schlaf. Deine Brust brannte, ebenso wie deine Seite. Dein Mund war trocken und du hattest kaum genug Kraft um die Augen zu öffnen. Eine angenehme ruhige Stimme sprach zu dir. Zu Beginn konntest du nicht verstehen, was der Mann sagte. Sanfte Hände berührten deine Wunden und plötzlich floss Energie durch deinen Körper. Der Schmerz an deiner Seite verschwand und auf deiner Brust spürtest du nur noch ein leichtes Ziehen.
Als du deine Augen aufschlugst und dein Blick sich klärte sahst du einen alten Mann über dich gebeugt. Jedenfalls schien es dir zuerst so. Erst nach einigen Augenblicken konntest du erkennen, dass es kein Mensch war.
Er / Es hatte kurzes, silbernes, glattes Haar und eine fast schon goldene, bräunliche Haut. Seine Augen waren von einem dunklen, intensiven Königsblau, wie du es noch nie gesehen hattest. Er schien kleiner als ein durchschnittlicher Mensch, aber grösser als Halblinge oder Gnome, etwa 1.50m. Seine zierliche Gestalt erinnerte dich an einen Elfen ebenso wie seine leicht spitzen Ohren. Doch die weissen, rasiermesserscharfen, spitzen Zähne mit welchen er dich anlächelte straften diese Annahme sofort Lügen. Auf seiner Stirn war eine Silberne wellenförmige Linie. Seine Fingernägel waren silbern und schienen recht scharf zu sein.
Du schrecktest regelrecht vor der Gestalt zurück. Der Mann jedoch lächelte nur leicht und reichte dir mit freundlichen Worten eine Wasserflasche.
Das Wesen stellte sich als Whared vor. Nach kurzer Zeit bereits warst du davon überzeugt, dass er dir nichts Böses wollte. Im Gegenteil! Er erzählte dir, dass er auf dem Weg zu einer Versammlung sei. Nachdem er dich einige Zeit gemustert hatte, schlug er dir vor, ihn doch zu begleiten. Denn die Versammlung sei eine Druidenangelegenheit.
So hast du Whared begleitet. Innert kürzester Zeit bemerktest du nicht nur, dass er sich sehr anmutig bewegt (manchmal schienen ihm seine Gelenke Bewegungen zu erlauben, welche für einen normalen Humanoiden unmöglich sind), sondern auch, dass er ein sehr mächtiger Druide sein musste. Die ganze Reise hindurch hattest du das Gefühl, dass der Wald mehr Leben in sich hat, als du es je für möglich gehalten hast.

Ich merkte schnell, dass ich irgendwo in der Vergangenheit sein musste. Ich könnte nicht genau sagen wo ich war noch weniger erklären wie ich hierher gekommen war. Auch Whared gab dies Rätsel auf. Er meinte aber nur, dass ich nicht alleine wäre. Als wir nach der Versammlung zu seinem Hain gingen stellte er mir dort 4 weitere Personen vor die ebenfalls ungewollt in die Vergangenheit gereist waren und nun einen Weg zurück suchten. So schloss ich mich der Gruppe an, obwohl ich auch gerne bei Whared geblieben wäre. Er hätte mir soviel mehr beibringen können. Soviel mehr als ich bei Arturo je hätte gelernt hätte. Vielleicht finde ich irgendwann den Schlüssel in der Zeit und kann zu ihm zurückkehren.

Die anderen kamen aus der Zukunft. Aus einer Zeit nach den Erbkriegen, als das Reich in hundert Königreiche zerfallen ist. Obwohl sie ein recht ungewöhnlich zusammengewürfelter Haufen bildeten, verband sie das gemeinsam Erlebte fast so stark wie Ténèbres und mich unsere Freundschaft verband.

Es wird schwierig werden jemals ganz zur Gruppe zugehören. Doch will ich mein Bestes geben ihnen ein Freund zusein.

 

Letzte Änderung am 19.2.2011
 
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