Logo

Momentan online :

 1 Besucher

Anzahl Nutzer seit dem 22. Mai 2003 :

 3820 Besucher

Größte Zahl gleichzeitiger Nutzer :

 24 Besucher (10.03.2009)

Aktuellste Neuigkeiten :

 29.02.2012

Letzter Eintrag im Forum :

 04.09.2016 | 21:50 Zum Thread

 

 

 

 
 
 
www.schattenburg.ch - Spielgruppe - Rollenspiel

Rollenspiel

Was ist ein Rollenspiel?

Ein Rollespiel beruht hauptsächlich auf der Fantasie und Vorstellungskraft der Teilnehmer, denn es ist das rein gedankliche Erleben einer Geschichte. Die Spieler übernehmen die Rolle eines fiktiven Charakters und erleben selbst handelnd Abenteuer in einer oftmals fantastischen Welt. Ähnlich wie bei einem Buch oder einem Film verfolgt man die Erlebnisse seines Charakters, nur dass man die Taten seiner Figur aktiv bestimmen kann - ihn sozusagen steuert. Es ist, wie wenn man in einem guten Buch oder Film eintaucht und die Hauptrolle übernimmt - sei es nun Frodo Baggins, Lara Croft, Luke Skywaler, Dirty Harry, Ellen Ripley, Catwoman oder James Bond. Aber während dort die Handlung durch den Autor festgelegt wurde, kann man in einem Rollenspiel selber frei die Handlung bestimmen.
Da der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, werden Rollenspielen in allen erdenklichen Welten, Genres und Themen gespielt: Fantasy, Horror, Science Fiction, Krimi, Spionage, postapokalyptische Endzeit und was man sich sonst noch so alles vorstellen kann.
Es gibt noch Gruppen, die einen Schritt weiter gehen und die Handlungen ihrer Helden nicht nur in der Fantasie durchleben sondern diese auch tatsächlich ausspielen. Auf diese Form von Rollenspiel, dem LARP (Live-Action-Role-Play), werde ich hier nicht weiter eingehen. Wenn dieses Thema dich interessiert, findest du im Web genügend darüber...

Was tut man da so?

Spieltisch

Was wäre Frodo ohne seine Freunde Sam & Gandalf, aber auch ohne seine Feinde? Eben... Daher spielt man Rollenspiele in der Regel zusammen mit Freunden, von welchen jeder seinen eigenen Helden spielt und steuert. So entsteht im Spiel eine Gruppe von Personen, welche alle spezielle Stärken und Fähigkeiten, aber auch Schwächen und Macken haben.
Doch was tun diese Charakteren eigentlich und wieso ist das ganze so interessant und spannend, dass man ganze Abende damit verbringt, solch ein Rollenspiel zu spielen? Es ist die verfallene, unterirdische Ruine einer geheimnisvollen Zwergenstadt, die nun von Monstern der Tiefe bewohnt wird, deren alte Schätze jedoch reiche Beute versprechen. Oder das verzerrte, mysteriöse Notsignal eines Transportfrachters, welcher in den verbotenen Beta-Quadranten eingedrungen ist und auf einem Planeten notlanden musste, welcher auf keiner intergalaktischen Raumkarte eingetragen ist. Oder das Durchforsten einer zerfallenen Ruinenstadt der Altmenschen - jener Zivilisation, welche den Legenden nach Kutschen hatte, welche ohne Zugtiere fahren konnten und welche Nachts auch ohne Feuer Licht erschaffen konnten - jener Zivilisation, die sich im Krieg mittels alles vernichtenden Himmelsfeuern selbst ausradiert hatte.
Doch damit die Spieler solch spannende Abenteuer durchleben können, braucht es auch einen Spielleiter. Nur er weiss, welche Gefahren wirklich in der Zwergenstadt lauern, was es mit dem geheimnisvollen Planeten auf sich hat und welche Artefakte aus vergangenen Tagen in den Ruinen zu bergen sind. Der Spielleiter beschreibt die Örtlichkeiten und die Aktionen deren Bewohner, er spielt die Personen und Kreaturen, auf welche die Helden treffen, seien sie nun freundlich oder feindlich gesinnt. Er erzählt den Spielern, was die Charakter sehen und hören, wenn sie geräuschlos die steinerne Geheimtüre öffnen und den dahinter liegenden Raum betreten. Er spielt die Orkwache, welche dahinter auf seinem Posten stand und nun überrascht zu seinen Waffen greift, während er weitere Wachen um Hilfe ruft. Er ist verantwortlich für die Lebhaftigkeit der Welt, in welcher die Helden agieren, er ist zuständig für spannende Geschichten, welche die Helden erleben können.
Der Spielleiter spielt also nicht gegen sondern mit den anderen Spielern und ist weit mehr als das Äquivalent zum Erzähler in einem Buch oder der Stimme aus dem Off bei einem Film. Er ist eher der Autor des ganzen Buches, der sich das Abenteuer ausdenkt, der den Nichtspielercharakter (NCS) Leben einhaucht und dessen narratives Können viel zu einem gelungenen Abend beiträgt. Und da der Spielleiter nicht weiss, wie und auf welche Art die Spieler die gestellten Herausforderungen zu meistern versuchen, ist es auch für ihn immer spannend. Wie werden die Spieler wohl reagieren, wenn die herbeigerufenen Orks eintreffen, bevor die Helden die Türe verbarrikadieren konnten? Ziehen sich die Helden wieder zurück? Fliehen sie aufs Geratewohl durch eine der zwei anderen Türen, welche aus dem Raum führen? Oder kämpfen sie verbissen weiter, obwohl sie inzwischen deutlich in der Unterzahl sind? Müssen sie sich am Ende gar den Orks ergeben, welche die Gefangenen zu ihrem Anführer bringen? Wer weiss, womöglich bietet dieser ihnen ja die Freiheit an, wenn sie es im Gegenzug schaffen, jenen Eisengolem zu besiegen, welcher noch immer den Schatz der Zwergenstadt bewacht, hinter dem auch er her ist...
Durch die Entscheide der Spieler wird der Fortgang des Abenteuers massgebend beeinflusst und die Ereignisse sind auch für den Spielleiter immer wieder überraschend. Womöglich schlägt das Abenteuer auch eine ganz andere Richtung ein, als der Spielleiter erwartet und geplant hat, weshalb er auch ein Improvisationstalent sein muss. Doch genau dies macht es unter anderem auch für ihn so spannend.
So erleben die Helden verschiedenste Abenteuer und mit der Zeit werden sie immer Stärker oder Geschickter, verfeinern ihre Kampftechnik oder beherrschen immer erstaunlicherer Zauber. Vielleicht verbessern sie auch ihr Können im Schleichen oder werden zu vorzüglichen Reitern. Womöglich werden sie durch ihre Streifzüge gar berühmt und reich, oder auch gehasst, weil ihre Taten die Pläne und Machenschaften andere durchkreuzt haben. Die Möglichkeiten und Erlebnisse sind unbeschränkt und machen den Reiz dieses Spieles aus...

Wie spielt man Rollenspiele?

Charakterblatt

Man braucht mindestens zwei Leute, aber üblich sind Gruppen von ca. sechs Personen, und wie bereits gesagt, ist die Fantasie und Vorstellungskraft der Spieler das wichtigste. Während die Spieler eigentlich so gut wie nichts vorbereiten müssen, erwartet den Spielleiter im Vorfeld doch etwas mehr Arbeit. Er muss sich die Geschichte ausdenken, welche die Helden durchleben werden. Er arbeitet zum Beispiel die Ruinen der Zwergenstadt aus, er überlegt sich, wo die Orks überall Wachen aufgestellt haben, er legt fest, wo es noch funktionstüchtige Fallen der Zwerge hat und wie man die womöglich ausschalten kann? Aber noch viel wichtiger ist, dass er die Charakter der wichtigsten Personen ausarbeitet, auf die die Helden womöglich treffen. Wieso sind die Orks da unten? Sie sie einfach hinter dem Schatz her und die Helden sind nur mühsame Konkurrenten? Oder leben sie zusammen mit ihren Familien hier unten und die Helden sind eine Bedrohung für ihre Familien? Ist der Anführer der Orks aufbrausend oder berechnend? Gibt es innerhalb der Reihen der Orks jemanden, der schon lange seinen Anführer stützen will und die Menschen befreit, wenn sie dafür seinen Aufstand unterstützen?
Doch wie funktioniert ein solches Rollenspiel nun konkret? Wie entscheidet sich, ob der Barbar die Orkwache im Zweikampf besiegen kann, ob der Spion unbemerkt in die Villa des zwielichtigen russischen Ölmagnaten eindringen kann oder ob der Pilot des Raumgleiters das Schmuggler-Raunschiff gerade noch rechtzeitig durch die sich schliessende Öffnung des Raumhafens navigieren kann?
Hier gibt es nun grundlegend zwei Arten von Rollenspielen: dem freien Rollenspiel und dem reglementierten Rollenspiel. Beim freien Rollenspiel gibt es eigentlich so gut wie keine Regeln und es obliegt zu einem grossen Teil dem Spieler selbst zu entscheiden, ob seinem Helden eine Aktion gelingt oder nicht. Wenn sein Charakter ein ausgebildeter Pilot ist, welcher jedoch unehrenhaft aus der Kriegsakademie entlassen wurde, dann gelingt ihm das Manöver wohl - wenn er jedoch eigentlich der Schiffstechniker ist und nur hinter dem Steuerknüppel sitzt, weil der eigentliche Pilot auf der Flucht schwer angeschossen wurde, dann entscheidet der Spieler vielleicht, dass sein Held das Schiff zwar noch aus der Luke herausmanövrieren kann, die linke Seite jedoch stark beschädigt wird. Womöglich schaltet sich dann der Spielleiter ein und teilt mit, dass unzählige Kontrollleuchten im Cockpit rot aufleuchten und die Anzeigen mitteilen, dass soeben der Hyper-Antrieb ausgefallen ist...
Spielt man ein Rollenspiel mit Regeln, dann läuft ein Spiel etwas anders ab. Die Fähigkeiten und Eigenschaften eines Helden und seiner Ausrüstung sind dann oftmals als Zahlenwerte festgelegt und auf einem Charakterblatt vermerkt. Je Geschickter ein Charakter ist, desto grösser ist zum Beispiel die Chance, dass er seinen Gegner mit dem Schwert trifft - je stärker er ist, desto mehr Schaden verursachen hingegen seine Hiebe. Die Regeln legen aber auch fest, welchen Schutz eine eiserne Rüstung bietet, wie stark sie den Träger im Kampf einschränkt und wie schwer sie ist. Ein Regelwerk legt all diese Werte fest und liefert Berechnungsgrundlagen, welche Boni und Mali auf eine bestimmte Tätigkeit mit einbezogen werden. Damit das ganze aber spannend bleibt und es auch ein wenig vom Zufall abhängt, ob eine bestimmte Aktion gelingt oder nicht, kommen je nach Regelwerk bestimmte Würfel zum Zuge, welche zu den Boni und Mali hinzugezählt werden. Solch ein Regelwerk ist zwar nicht zwingend notwendig, es vereinfacht jedoch das Spiel, da es Richtlinien liefert und damit als Entscheidungshilfen dem Spiel gewissen Rahmenbedingungen gibt. Anderseits sind Regeln immer eine Gratwanderung - sie sollen einen gewissen Realismus hineinbringen, jedoch das Spiel nicht unnötig kompliziert machen. Und schliesslich will man ja spielen und nicht dauernd in Tabellen nachschlagen und Werte ausrechnen.

Was braucht man für ein Rollenspiel?

Würfelset

Für ein freies Rollenspiel braucht man eigentlich gar nichts ausser etwas Fantasie und ein paar gleichgesinnte Freunde. Spielt man jedoch mit einem der unzähligen Regelsysteme, so benötigt man die entsprechenden Regelwerke sowie Würfel. Die Würfel sind dabei oftmals der am besten gehütete Schatz eines Rollenspielers, und Rollenspieler zeichnen sich meistens durch ihre vielen Würfel und noch mehr abergläubische Rituale aus.
Je nach Spielsystem ist es aber oftmals auch von Vorteil, das ganze etwas anschaulicher zu gestalten, um den Überblick über das Kampfgeschehen zu behalten. Wir benutzen dazu manchmal einen laminierten Bodenplan, auf dem wir mit wasserlöslichen Stiften die Räumlichkeiten wie etwa Mauern oder Türen einzeichnen - ein kariertes Blatt Papier reicht aber auch. Darauf kann man mittels Gegenständen, Papierschnitzel oder was auch immer den Standort der Helden und ihrer Feinde darstellen, so dass der Spielleiter nicht andauernd erklären muss, wer jetzt eigentlich wo steht sondern sich auf die eigentliche Handlung konzentrieren kann. Für die Helden und ihre Feinde verwenden wir meist Spielfiguren, die wir oftmals auch selber bemalen.

 

Letzte Änderung am 2.2.2008
 
www.schattenburg.ch